Warhaus, das Soloprojekt von Maarten Devoldere, steht seit jeher für herausragenden, dandyhaften Pop. Doch auf "The Donkey", seinem fünften Studioalbum, scheint er sich etwas Ursprünglicherem hingegeben zu haben. Hypnotische Texte, rauer Gesang, von südafrikanischem Gqom inspirierte Tribal-Rhythmen und schnelle, mit Grime durchsetzte Grooves erzeugen Bilder von sich windenden, fiebrigen Körpern.
Wer die neuesten Songs "Simple Pleasures" und "The Baby" gehört hat, fragt sich vielleicht, wie sich diese neue Dualität auf der Bühne entfalten wird. Wird es eine Show voller stilvoller Eleganz, wie sie "Simple Pleasures" vermittelt? Oder verwandelt sich der Raum kurz vor Schluss in einen schweißtreibenden Club, ganz im Sinne des wilden, überraschenden Aufschreis von "The Baby"?
Warhaus weigert sich, zwischen diesen beiden Seiten zu unterscheiden. Warum sollte man sich für eine entscheiden, wenn man beides haben kann? Natürlich wird Devoldere ausgiebig auf das mitreißende neue Material von "The Donkey" zurückgreifen - ergänzt durch die raffinierten Popsongs und vertrauten Klassiker, die längst zum Warhaus-Kanon gehören.
Alle Zutaten sind vorhanden, um jedes Publikum auf herrliche Weise vom Kurs abzubringen, bis die Grenze zwischen Ekstase und Erschöpfung zu verschwimmen beginnt. Oder wie "The Donkey" bereits in der ersten Minute prophezeit: "Du solltest besser nachdenken, bevor du mit Streichhölzern spielst / Es wird brennen." Bang!