Michael Buchinger hat wirklich alles versucht: Er war in Therapie, hat meditiert, Grenzen gesetzt und Bedürfnisse kommuniziert. Er hat an sich gearbeitet. Ganz dumme Idee, kann er niemandem empfehlen. In seinem neuen Bühnenprogramm "Zutiefst oberflächlich" stellt er sich nun die Frage, die unsere Zeit beherrscht: Müssen wir das alles wirklich?
Wir sollen früher aufstehen, besser schlafen, mehr Sport machen, journalen, an unseren Glaubenssätzen arbeiten und dabei natürlich auch noch ausreichend Wasser trinken. Aber vielleicht muss man gar nicht jeden Tag ein bisschen besser werden. Womöglich darf man sogar ein kleines bisschen schlechter werden: Einen Termin absagen, drei Stunden auf dem Sofa liegen und dabei glücklich seufzend Pizza essen.
Mit gewohnt bissigem Humor, persönlichen Anekdoten und viel Selbstironie geht es um Social Media, schlechte Gewohnheiten, gute Ausreden und einen zunehmend erfolglosen Versuch, ein besserer Mensch zu werden. Dabei verteidigt Buchinger all jene vermeintlich oberflächlichen Freuden, die zwischen Morgenroutine, Schrittziel und Achtsamkeitsübung gerne untergehen und stellt die vielleicht wichtigste Frage überhaupt: Was, wenn mit uns eigentlich schon alles halbwegs in Ordnung ist?
Ein Abend zum Mitlachen, Abschalten und gepflegten Liegenlassen der eigenen To-do-Liste. Denn eines weiß Buchinger sicher: Man muss nicht immer an sich arbeiten. Manchmal darf man auch einfach zutiefst oberflächlich sein.